Newsletter 04/2014 vom 27. April 2014

 

Preisverleihung Berolina; Verleihung der Berolina an Gaslicht-Kultur e.V. in der Stadtbibliothek. Foto: Karin Wienekamp
Für seinen erfolgreichen Einsatz für den Erhalt der Berliner Gas-Straßenbeleuchtung wurde am 9. April 2014 der Verein Gaslicht-Kultur e.V. mit dem Hauptpreis, der 18 cm hohen bronzenen Berolina, ausgezeichnet. Der Vorsitzende Bertold Kujath nahm die Auszeichnung für den Verein entgegen. Eine hochkarätig besetzte Jury hatte einstimmig für den Verein als Hauptpreisträger votiert.

Die Auszeichnung erfolgte durch den Förderverein zur Wiederherstellung und Pflege der Berolina e.V., der alle 4 Jahre historisch engagierte Bürger und Organisationen für ihren Einsatz ehrt. Preisträger des Berolina-Ordens waren u.a. Katrin Lesser und Ben Buschfeld (Tautes Heim) und der Schauspieler Hans-Jürgen Schatz für die Rettung historischer Grabmale. Bei der letzten Verleihung im Jahre 2009 wurde u.a. Wilhelm Boddin für sein Engagement für das Berliner Stadtschloss geehrt

Preisverleihung Berolina; Bertold Kujath berichtet über die Arbeit von Gaslicht-Kultur e.V., rechts im Vordergrund der Schauspieler Hans-Jürgen Schatz. Foto: Karin Wienekamp
Gaslicht-Kultur e.V. arbeitet seit 1985 (damals als Gaslichtinitiative Berlin) für den Erhalt der Berliner Gas-Straßenbeleuchtung. Nach dem Beschluss des Abgeordnetenhauses aus dem Jahre 2011 und dem Lichtkonzept des Berliner Senats sollten die 44.000 Berliner Gaslaternen bis auf wenige Ausnahmen aus dem Stadtbild verschwinden. Später machte der Senat zwar Zugeständnisse in Höhe von 5% zu erhaltender Gaslaternen, wollte aber keine Garantie dafür geben, dass diese Laternen auch tatsächlich mit Gas betrieben würden. Nach Aufassung des Senats ist der Begriff "Gaslaterne" nämlich nicht zwangsläufig mit dem Betriebsmedium Gas verbunden. Durch öffentliche Aktionen wie einer erfolgreichen Online-Petition und einer Menschenkette gegen den Gaslaternenabriss machte der Verein auf das Thema aufmerksam. Im Auftrag der Vereine Gaslicht-Kultur e.V. und Denk mal an Berlin e.V. wurde durch den britischen Weltkulturerbe-Experten Dr. Peter Burman ein Gutachten erstellt, das der Berliner Gas-Straßenbeleuchtung das grundsätzliche Potential zum Weltkulturerbe bescheinigt. Anfang 2013 beantragte der Verein erfolgreich die Aufnahme der Berliner Gas-Straßenbeleuchtung in ein Schutzprogramm des World Monuments Fund (WMF), die somit seit Oktober 2013 auf der Roten Liste der weltweit am meisten gefährdeten Kulturgüter steht.

In Zusammenarbeit mit dem Landesdenkmalamt entwickelte Gaslicht-Kultur e.V. ein Schutzkonzept mit nunmehr 30 Schutzzonen, die insgesamt mehr als 3.300 Gaslaternen aller fünf historischen Typen und viele einzigartige Sondermodelle enthält. Dies entspricht ca. 7,5% der urspünglichen Anzahl. Die Schutzzonen werden inzwischen auch vom Senat anerkannt. Zudem ist nun auch gesichert, dass diese Laternen tatsächlich auch mit Gas betrieben werden. Für diese bisherigen Erfolge wurde der Verein nun mit dem Hauptpreis der Berolina ausgezeichnet.

Gaslicht-Kultur e.V. nimmt diesen Preis auch stellvertretend entgegen für die mit uns gemeinsam für das Gaslicht kämpfenden Organisationen Denk mal an Berlin e.V., DenkmalWacht Brandenburg Berlin e.V., Ortskuratorium Berlin der Deutsche Stiftung Denkmalschutz, dem Denkmalausschuss der Baukammer Berlin und der Eosandergesellschaft. Diese Organisationen hatten sich 2013 mit Gaslicht-Kultur e.V. zum Aktionsbündnis Gaslicht ist Berlin zusammengeschlossen. Das Aktionsbündnis wird trotz der bisherigen Erfolge weiter für das Gaslicht in Berlin kämpfen, auch um auf Grundlage des Burman-Gutachtens eine Anerkennung der Berliner Gaslaternen als Weltkulturerbe zu erwirken.

Weitere Informationen uns Presselinks zum Thema:
Pressemitteilung des Fördervereins zur Wiederherstellung und Pflege der Berolina e.V.
Der Stadt geht ein Licht auf Berliner Zeitung vom 11.04.2014.
Auszeichnung für den Kampf ums Gaslicht Berliner Morgenpost vom 11.04.2014.
Internetpräsenz des Aktionsbündnisses Gaslicht ist Berlin.


Bild www.gaslicht-kultur.de; Anwohnerprotest in Zehlendorf, Foto: Jonathan Jura
Trotz eines erfolgreichen Einwohnerantrags in Steglitz-Zehlendorf zum Erhalt der Gaslaternen geht der Abriss von Reihenleuchten auch dort unvermindert weiter. Wie in der Vergangenheit in Charlottenburg und Frohnau führten auch diese Abrissaktivitäten zu Anwohnerprotesten. Am 3. März 2014 organisierte eine Anwohnerinitiative aus Zehlendorf mit Unterstützung von Gaslicht-Kulur e.V. eine Demonstration im Bereich um den Dahlemer Corrensplatz, einem der letzten zusammenhängend mit Gas-Reihenleuchten beleuchteten Gebiete in Dahlem.

Die Demonstranten zogen mit Transparenten und Trillerpfeifen durch mehrere vom Abriss betroffene Straßen dieses Viertels. Ein Anwohner stellte kurz darauf beim Verwaltungsgericht einen Antrag auf einstweilige Verfügung, mit der die Bauarbeiten sofort gestoppt werden sollten. Zwar wurde der Eilantrag Mitte März vom zuständigen Verwaltungsgericht u.a. mit der Begründung zurückgewiesen, der Anwohner sei kein Eigentümer. Aber der Antrag wurde zumindest formell zugelassen, was das Stellen zukünftiger Anträge dieser Art erleichtert.

Weitere Informationen Presselinks zum Thema:
Gericht soll Abbau von Berliner Gaslaternen stoppen Berliner Morgenpost vom 10.03.2014.
Letzte Chance für unsere Gas-Laternen BILD-Zeitung vom 17.03.2014


Plakat zur Langen Nacht der Museen; Motto der diesjährigen Langen Nacht der Museen
Auch in diesem Jahr nimmt Gaslicht-Kultur e.V. an der Langen Nacht der Museen teil, die nach dem geänderten Konzept bereits auf Samstag, den 17. Mai gelegt wurde. Damit findet die diesjährige Lange Nacht am Vorabend des internationalen Museunmstags statt, weswegen auch wir bei unseren geführten Gaslichttouren mehr ausländische Gäste erwarten. Das Neue Konzept der Veranstalter sieht die Konzentration auf eine Lange Nacht pro Jahr vor sowie ein verändertes Erscheinungsbild, um dieses kulturelle Ereignis stadtweit deutlich wahrnehmbar zu machen.

Wir erwarten bei unseren Fahrten auch in diesem Jahr wieder Hunderte von interessierten Gästen, nicht nur aus Berlin, sondern, wie die "Langen Nächte" der letzten Jahre gezeigt haben, auch aus der ganzen Welt. Unsere Touren starten ab 21:30 Uhr jeweils halbstündlich am Shuttlestopp der Museumsroute 3, am Luisenplatz nahe Schloss Charlottenburg. Unsere Gäste, die mit einer gültigen Eintrittskarte der Langen Nacht bei uns mitfahren können, erwartet eine kommentierte Gaslichttour im Doppeldeckerbus mit vielen Informationen zur Geschichte und Gegenwart der Berliner Gas-Straßenbeleuchtung und eine technische Demonstration. Informationen zur den Touren finden Sie auch in der offiziellen Programmankündigung der Langen Nacht der Museen.

Und einen weiteren Termin sollten sich Gaslichtfreunde schon jetzt vormerken. Zum Tag des offenen Denkmals am 13.09.2014 bieten wir wieder unsere beliebten Gaslicht-Radtouren an.

Die Tourendaten zur Langen Nacht:
Datum: 17.05.2015
Uhrzeit: ab 21:30 Uhr bis 1:30 Uhr alle halbe Stunde
Start und Ende: Luisenplatz nähe Schloss Charlottenburg am Stop des Museumsshuttles der Route 3
Dauer: 30 Minuten
Eintritt: Für Besucher der Langen Nacht frei


Am 12. März 2014 veranstaltete Gaslicht-Kultur eine zweistündige Bustour mit Abgeordneten der CDU-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus durch gasbeleuchtete Ortsteile von Kreuzberg bis Dahlem. Wir haben den Abgeordneten viele Gebiete mit ihren jeweiligen Gaslaternen-Typen vorgestellt, sowie die politische Bedrohung erläutert, der die Gasbeleuchtung ausgesetzt ist. Vielen der Teilnehmer sei der Ernst der Lage bei den damaligen Entscheidungen gar nicht bewusst gewesen, betonten die Abgeordneten am Ende der Tour. Sie kündigten deshalb an, das Thema in ihren Gremien genau zu diskutieren. "Es wird keine automatische Bewilligung von Geldern geben, das Thema wird nicht einfach so durchgewunken werden", versprach Stefan Evers, Mitglied des Kulturausschusses. Dies ist für uns eine wichtige Aussage, denn es stehen weitere Abgeordnetenhausentscheidungen an, die über das Schicksal derjenigen noch vorhandenen Gaslaternen entscheiden, die noch nicht dem aktuellen Abrissprogramm zum Opfer gefallen sind. Bekanntlich sollen ab 2016, nach Beendigung des laufenden Abrisses der Gas-Reihenleuchten, die anderen historischen Gaslaternen durch elektrische Beleuchtungsanlagen ersetzt werden. Wir hoffen, dass unsere Tour somit zu einer Bewusstseinsbildung bei den künftigen Entscheidungsträgern beigetragen hat.


Nach de erfolgreichen Einwohneranträgen in Charlottenburg-Wilmesdorf und Steglitz-Zehlendorf beginnt Gaslicht-Kultur e.V. nun mit der Sammlung von Unterschriften im Bezirk riedrichshain-Kreuzberg. Alle in diesem Bezirk mit Hauptwohnsitz gemeldeten Personen ab dem vollendeten 16. Lebensjahr können unterzeichnen. In dem Anrag wird die BVV des Bezirks aufgefordert, sich für einen Zukunftsplan Gasbeleuchtung gegenüber dem Senat einzusetzen und einen Abrissstopp zu erwirken. Bei mindestens 1.000 gültigen Unterschriften musss sich die BVV mit dem Thema befassen. Bitte unterstützen Sie diesen Antrag, in dem Sie sich ein Exemplar der Unterschriftenlisten unter dem untenstehenden Link herunterladen. Sie können dann Unterschriften sammeln und die ausgefüllten Bögen an die dort angegeben Adresse schicken. Die Anträge in der Vergangenheit waren auch wegen der zahlreichen Einzelhelfer so erfolgreich.

Weitere Informationen Presselinks zum Thema:
Download der Unterschriftenlisten für den Einwohnerantrag Friedrichshain-Kreuzberg
Bertold Kujath will Einwohnerantrag zur Rettung der Laternen Berliner Woche vom 11.03.2014


Unsere öffentlichen Treffen laden ein
Treffen Gaslicht-Kultur Restaurant Giaffe, Klopstockstraße 2, 10577 Berlin; Quelle: www.stadtplandienst.de






Wie immer an dieser Stelle möchten wir Sie auf unsere öffentlichen Treffen aufmerksam machen, die wir regelmäßig einmal im Monat anbieten. Hier haben Sie Gelegenheit, mit uns persönlich zu diskutieren oder auch gleichgesinnte Gaslichtfreunde zu treffen. Unsere Treffen finden übrigens ganz in der Nähe des Berliner Gaslaternenmuseums statt, das bekantlich durchgehend geöffnet ist und vor oder nach unseren Treffen noch Gelegenheit zu einem Spaziergang unter Gaslicht bietet.

Unser nächstes öffentliche Treffen findet statt am Dienstag, den 27. Mai 2014 ab 20:30 Uhr im Restaurant "Giraffe", in der Klopstockstraße 2, 10557 Berlin, nahe S-Bahf Tiergarten.



Bis dahin und mit gaslichthellem Gruße

Ihr Team von Gaslicht-Kultur e.V..